Mittwoch, 7. Februar 2018

letzte Abenteuer der Zivilisation


Es schneit, schon seit zwei Tagen. Draußen vor den Häusern sammeln sich die Männer des Viertels, um fleißig den Schnee von den Parkflächen und Gehwegen zu schieben. Meist die einzige Gelegenheit, um mit Nachbarn mehr als nur das alltägliche „Servas, wie geht’s.“ zuzurufen.

Da diskutiert man über die Konsistenz und das Gewicht des Schnees, ob er an der Schaufel kleben bleibt oder sich mühelos über die Thujenhecke werfen lässt. Der Schneepflugfahrer, der die Straße räumt hat sicher Einem von ihnen einen Schneehaufen vor die frisch geschaufelte Einfahrt geschoben – der Depp. Man wird sich jetzt

endgültig beschweren.

Die Investition der Schneefräse hat sich nun doch gelohnt, stolz wird der Gehsteig gepflügt, ein lässiges Hin und Her flanieren, die Fräse einem Kinderwagen gleich vor sich hergeschoben, während die Nachbarn ihre Schaufeln hoch über die Schultern schwingen, um die weiße Pracht vor ihren Füssen weg zuschaufeln.

Wäre es Sommer, würden sie nach getaner Arbeit mit einem Bier in der Hand am Gartenzaun stehenbleiben und sich weiter unterhalten. Doch nass und kalt, wie es an einem verschneiten Wintertag halt ist, wird noch ein letzter ahnungsdunkler Blick gen Himmel geschickt, eh man sich in die warme Stube zurückzieht, um sich von der Angetrauten ob der Muskelschmerzen betuteln zu lassen. Auch die Besitzer von Schneefräsen! Schließlich soll die Partnerin zu schätzen wissen, dass ihr Gatte sich bei diesem Wetter hinaus in die Wildnis wagt um gegen das Schneegestöber anzukämpfen. Trotz Glatteis und der ständigen Bedrohung durch Dachlawinen um sein Überleben schaufelt, denn das hält warm und schützt vor dem Erfrierungstod. Tapfere Männer und die letzten Abenteuer der Zivilisation. Könnte eine neue Serie bei DMAX werden.
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen