Mittwoch, 6. Dezember 2017

Von der Rumplnacht und vom Schuahwerfen


Die Zeit um die Wintersonnenwende war schon vor dem Christentum voller Licht- und Lärmbräuche. Wer einmal nachts alleine durch den Wald wandert, wundert sich nicht mehr darüber, dass es so viele Geister zu vertreiben galt.
 
Perchten, Habergoaß und Krampus sind Überbleibsel alter Lärmrituale. Viele dieser Bräuche haben sich bis heute erhalten und werden wiederentdeckt.

Ein neues Kirchenjahr
Weihnachten als Fest der Christi Geburt wird seit dem 4. Jahrhundert am 25. Jänner gefeiert. Über den Beginn des neuen Jahres hingegen war man sich noch lange unschlüssig. Das neue Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Adventsonntag, das Weihnachtsfest bis zum 6. Jänner und das war früher der eigentliche Beginn des neuen Jahres. Erst im Jahre 1310 beschloss eine Kirchenversammlung in Köln, das alte Kalenderjahr mit 31. Dezember zu beschließen.
 
Orakel und allerlei Magisches
Die Tage und Nächte wischen diesen Hauptfeiertagen hatten im bäuerlichen Volksglauben eine wichtige Bedeutung. Es galt Unglück von Haus und Hof fernzuhalten, Krankheiten zu vertreiben und etwas aus der Zukunft in Erfahrung zu bringen.
Auch heutzutage werden noch Kirschzweige am Barbaratag geschnitten, in der Hoffnung, dass sie bis zur heiligen Nacht erblühen. Das verspricht schon einmal viel Gutes für das kommende Jahr. Drei andere Schutzheilige, nämlich Andreas, Thomas und Johannes, sollen manchen, die sich noch an die alten Sprüche erinnern, einen Blick in die Zukunft gewähren.

Beim „Liasnan“ galt es herauszufinden, ob und welcher Bräutigam sich findet. Wenn ein junges Mädchen in einer der Nächte drei Weizenkörner pflanzt, jedes auf den Namen eines möglichen Heiratskandidaten, so zeigt ihr das Wachstum bis Ostern, welcher der Richtige wäre. Auch das Schuh werfen hat sich bewährt. Das unschlüssige Mädchen wirft seine Schuhe um Mitternacht gegen die Tür und spricht:

„Schuah aus, Schuah ein, wo werd` i übers Jahr sein?“

Fällt der Schuh mit der Spitze zur Tür, wird das Mädchen das Haus als Braut verlassen.

Räuchern – Rauhnächte
Auf vielen Höfen findet man auch heute noch kleine Bäumchen am Zaun, am Stall, manchmal sogar am Misthaufen. Die immergrünen Zweige sind Symbol für ewiges Leben und die Jahreslauf. Das Umgehen mit duftendem Harz auf glühender Kohle, dem geweihten Rauch, vertreibt alles Übel von Haus und Hof und führte so zur Bezeichnung „Rauhnächte“.

Das Fasten vor den Feiertagen wird nur noch selten eingehalten, dafür hält sich im Nockgebiet vereinzelt der Brauch die bunten Kopftücher gegen schwarze einzutauschen. Die Männer nehmen ihren Schmuck vom Hut.

Im oberen Gurktal führte das eifrige Putzen und Möbelrücken vor den Weihnachtsfeiertagen zur Bezeichnung Rumpelnacht.

Wetterschutz
Vielleicht gibt es auch noch irgendwo eine Familie, die unbedingt zu Weihnachten die Messer schleifen muss und nicht weiß warum. Die scharfen Klingen schützen die Ernte vor Hagel. Im Glantal schüttelt man die Obstbäume zur Zeit der Christmette. Das versprach reiche Ernte.

Auch das Wetter will richtig gedeutet werden.

„Zwischen die heiligen Abende muas da Wind gehen und das Obst znacher jagn!“, hieß es im Gurktal, ohne Wind war kein gutes Obstjahr zu erwarten.

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