Montag, 30. Oktober 2017

November-Tipps gegen düstere Tage




Novemberblues“

November, fast Jeder verbindet diesen Monat mit Nebel, Depression und Abschied. Im 8. Jahrhundert unter Karl dem Großen benannte man diese Zeit „Windmond“ oder „Nebelung“. Nicht nur die Kirchlichen Feste wie Allerheiligen, Allerseelen und Totensonntag lassen uns über Abschied nachdenken. Der November als solcher steht für den Abschied vom Sommer, von
Sonne, Blumen und bunter Natur, Abschied von Licht, Wärme und langen Tagen. Leer und grau liegen die Felder, nackt schwanken die Bäume im Wind. Das erste Bild, das unsere Augen am Morgen erblicken sind graue Nebelschwaden, die träge über frostigen Wiesen lagern und kaum das erste späte Licht des Tages erahnen lassen. Ebenso schwer legt sich bei vielen Menschen düstere Stimmung aufs Gemüt.

Antriebslosigkeit, Müdigkeit, schlechte Laune bis hin zur ausgeprägten „Novemberdepression“ sind die Symptome. Etwa ein Prozent der Bevölkerung leidet an SAD – einer saisonal abhängigen Depression. Ursache dafür ist der Lichtmangel in den Wintermonaten. Denn Licht ist für die Produktion des Körperhormons Melatonin verantwortlich und steuert so unseren Schlaf- und Wachrhythmus. Bei geringem Tageslicht wird es vermehrt abgegeben und bewirkt das wir müde werden.

Schon das Brauchtum zeigt uns, wie wir SAD entgegen wirken können. Am Martinstag, dem 11. November tragen Kinder mit selbstgebastelten Laternen Licht in die Dunkelheit.

Licht- und Aromatherapie

Licht- oder Phototherapie ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen gegen Depressionen. Sie wird seit einigen Jahren erfolgreich auch bei Schlafstörungen angewandt. Eine Behandlung dauert etwa 40 Minuten bis zwei Stunden, je nach Stärke der Lampen. Je heller das Licht, z.B.:. mit einer Lichtintensität von 2.500 bis 10.000 Lux, desto kürzer die Behandlung. Ausgebildete Therapeuten bieten Ihnen Beratung und für Sie geeignete Lichtquellen.

Lichtblicke schaffen

Kreative und sparsame Geister helfen sich mit Hausmitteln und schöner Dekoration. Bunte Gestecke aus Herbstlaub oder ein Blumenstrauß sind fröhliche Blickpunkte. Die Farbe Orange vermittelt Aktivität und ein sonniges Gelb ersetzt so manchen Sonnentag. Eine Schale mit Zitrusfrüchten am Tisch, gelbe oder orange Kissen am Sofa, ein heller bunter Schal um den Hals oder eine funkelnde Lampe am Schreibtisch. Ihren Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Für Morgenmuffel die im Sommer leichter aus den Kissen finden, empfehle ich einen Zeitschalter im Schlafzimmer oder bitten Sie einfach Ihren Partner zehn Minuten bevor Sie aufstehen müssen, das Licht einzuschalten.

Aromatherapie ist leicht selbst gemacht mit Duftkerzen oder Duftlampen bei denen die Öle verdampft werden. Aromastoffe wirken direkt auf das limbische System im Gehirn. Dabei werden Botenstoffe ausgeschüttet, die positive Empfindungen auslösen. Ermunternd, belebend und erfrischend wirken Limone, Zitrone, Orange, Bergamotte und Rosmarin. Bei Kerzen als auch bei den Ölen sollten Sie unbedingt auf hochwertige Qualität achten.

Depression ist eine Krankheit

Auch Pflanzen helfen gegen Novemberdepression. Wenn der frische Blumenstrauß nicht ausreicht, hilft vielleicht ein Tässchen Johanniskrauttee. Man sagt der Pflanze nach, „Sie sammelt im Sommer die Kraft der Sonne für uns ein und gibt sie im Winter für uns frei.“ Das Johanniskraut ist eine äußerst wirkungsvolle Pflanze, die der Apotheker auch in praktischer Kapselform für Sie bereit hält. Doch darf man sich bei Anwendung nicht der Sonne aussetzen, da die Photosensibilität der Haut und der Augen durch die Inhaltsstoffe der Pflanze erhöht wird. Generell gilt bei Heilkräutern: nur so lange Verwenden, wie Bedarf besteht – längstens aber drei Wochen.

Diese drei Wochenfrist gilt auch für die Novemberdepression. Wer länger unter Symptomen wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Trauer, Schlafstörungen oder schlechter Laune leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Die Symptome wirken auch die Umwelt bzw. die Mitmenschen und können durch deren Reaktion unter Umständen verstärkt werden.

Ein Gespräch mit dem Arzt oder Psychotherapeuten ist dann dringend anzuraten.

Die Therapeuten empfehlen viel Bewegung, ausreichend Schlaf aber vor allem einen durchstrukturierten Tagesablauf mit regelmäßigen Aktivitäten vorzugsweise in der frischen Luft.

In der Ruhe liegt die Kraft

Damit es aber gar nicht erst zu Beeinträchtigungen kommt, sollten wir die nebelverhangenen Tage einfach zur Entspannung nutzen. Ruhe finden, Zeit für Besuche und Gespräche nehmen, in uns gehen und nachdenken, was in uns selbst im Dunkeln liegt und ans Licht kommen möchte oder romantische Stimmung schaffen mit Kerzen und fruchtigen Teemischungen.
Das weiche, blend-arme Licht einer Kerzenflamme wirkt beruhigend auf Körper und Geist, ein flackerndes und knisterndes Kaminfeuer ist nicht nur wegen der niedrigen Heizkosten entspannend.
Nützen wir die Zeit, wie sie uns die Natur und der Lebenslauf vorgibt und vergessen Sie nie: „Auch über der dicksten Nebelschicht wartet der blaue Himmel und die wärmende Sonne!“



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen