Freitag, 13. Oktober 2017

Altweibersommer

Eine europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist heute zu uns in
den Garten gekommen, um die letzten Sonnenstrahlen ihres Lebens zu genießen. Das Weibchen ist schon müde vom Leben, ihre Eier werden den Winter überdauern und im nächsten Jahr als stolze Wesen versteckt im Gras auf ihre Beute lauern. Doch nicht die müden Sonnenanbeterinnen gaben dem Herbst diesen Namen. Um die Bezeichnung Altweibersommer zu verstehen, reicht
ein Blick in den Himmel. Im strahlenden Blau des Herbstes ziehen fein gesponnene Fäden übers Land. An Jedem hängt ein Spinnenjunges auf dem Weg in ein neues Jagdrevier. Früher dachte man noch, es seien die silbernen Haare alter Frauen, denn die kleinen Spinnen daran sieht man kaum. Doch die alten Frauen hüteten sich, beim Kämmen ihre Haare an den Wind zu verlieren, den das brachte Kopfschmerzen. Deshalb gaben sie ihre ausgebürsteten Haare lieber sorgsam abgedeckt auf den Kompost.

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