Montag, 15. Mai 2017

Kräuterernte


Das Wetter im Mai lässt unsere Würz- und Heilkräuter schnell wachsen und begünstigt das Sammeln. Der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) ist ein Relikt aus der Urzeit. Damals war sein Wuchs noch riesig, seine Wirkung ist es bis heute geblieben. Zinnkraut, wie diese grünen, einem Baum ähnlichen Wedel auch genannt werden enthält besonders viel an Kieselerde, das unser Körper in ausreichender Menge für gesunde Knochen, Knorpel, Fingernägel und Haare braucht. Silicium unterstützt auch unsere Wundheilung. Als Tee getrunken oder als Auszug ins Badewasser strafft er das Bindegewebe und festigt die Haut. Früher wurde das Zinnkraut zum Reinigen der Zinn- und Silbergefässe genutzt. Nun hat man es als biologische Gartenhilfe wiederentdeckt. Kieselerde tut nämlich auch unserem Gartenboden und den darauf wachsenden Gemüse- und Blütenpflanzen gut. Zur Stärkung und Düngung, aber auch zur Vorbeugung gegen Bodenpilzkrankheiten, saugende und Blatt fressende Insekten kann Ackerschachtelhalmbrühe oder Jauche aufgebracht werden. Vorsicht nur beim Ernten, der ähnliche aber größere Waldschachtelhalm ist giftig.Jetzt zum Sammeln bereit sind auch erfrischende Melissen und Minzen, würziger Oregano, Schafgarbe und Gundelrebe für Kräutersalz und duftende Linden- und Holunderblüten für Tee gegen Fieber und Erkältungskrankheiten. Sogar das Johanniskraut setzt heuer schon Knospen an. Die Blüten und Blätter werden bei Sonnenschein geerntet und an einen luftigen schattigen Plätzchen zum Trocknen aufgehängt oder auf Zeitungspapier ausgelegt. Achten Sie darauf, das die Blätter nicht zu dicht beisammen liegen. Wenn Sie die Kräuter als Sträußchen zum Trockenen aufhängen, entfernen sie die untersten Blätter von Stiel, damit sich kein Schimmel oder Pilz bilden kann. Wenn die Kräuter zwischen den Fingern zerbröseln, sind sie richtig getrocknet und können vom Stiel gerebelt und zur Aufbewahrung in ein Glas gegeben werden. Verwenden sie nur Kräuterwerk, das nur vom Trocknen gebleicht ist und keine dunkle Verfärbung aufweist. Probieren Sie einmal ein paar der süßen blauen Blüten vom Wiesensalbei in einem weißen Essig anzusetzen. Sein zartes Aroma und die lila Farbe passt gut zu hellen Salaten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen