Donnerstag, 2. Februar 2017

Neues Jahr - neues Leben

Neues Leben

Wie der Beginn eines neuen Jahres zum Fest wird und es mit besonderen Ritualen begrüßt wird, so ist es auch mit neuen Erdenbürgern. Obwohl Geburten früher noch nicht geplant wurden, sondern zum Leben ganz natürlich dazu gehörten,

war es auch ganz selbstverständlich, dass das Neugeborene begrüßt und die Gebärende gesegnet wurde. Die Geburt wurde meist mit Kräutern erleichtert. Meist wurde der Gebärenden Johanniskraut unter das Leintuch gelegt und zu ihren Füssen Beifuss geräuchert.

Wieg`n gehen, Kind schaun, Pobale schaun

Es gab Wein, Kaffee, Würfelzucker und zwei Kuchen für die Wöchnerin zur Stärkung und ein Kresenhemd für das Kind. Im sogenannten Kresenhemd (Kriesenhemd) waren Münzen oder Geldscheine (Notgeld) eingenäht für schlechte Zeiten. Gleichzeitig wurden Schutzamulette oder Schutzsträußerl über die Wiege gehängt, um das Kind vor Verwünschungen bzw. dem Verschreien zu schützen. Dabei wurde bei uns meist das „Berufkraut“ verwendet. Das Kresenhemd oder der Rosenkranz wurde so hoch über die Wiege gehängt, wie das Kind einmal werden sollte.

Gegen Blähungen beim Kleinkind wurde Kümmel oder Fenchel mit Schmalz verrieben und auf den Bauch gestrichen.

Der Hintern der Popalan wurde mit dem Sporenpulver des Bärlapps gepudert. Der wurde auch als Wundpuder geschätzt. Meine Urgroßtante sammelte ihn noch selbst im Wald. Als ich in meiner Schulzeit gegen die Pockenimpfung wegen einer verschleppten Grippe nicht wehren konnte und die Pocken zum Ausbruch kamen, tat dieses Pulver neben handgerührten Salben aus der Apotheke so gute Dienste, das mir keine Narben blieben.

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